Beelen - Eine Fairtrade-Gemeinde

Beelen gehört zu den Fairtradekommunen Deutschlands. Die kleinste Gemeinde im Kreis Warendorf spielt in der Champions League: Das hat jedenfalls Manfred Holz, Ehrenbotschafter von Fairtrade Deutschland, behauptet, der im Mai 2014 Beelen zur Fairtrade-Kommune ernannte und die Urkunde an Bürgermeisterin Elisabeth Kammann übergab.

So unglaublich es klingt, die Axtbachgemeinde steht damit auf gleicher Höhe wie die Städte London, Manchester, Rom, Paris, Kopenhagen, Madrid, München, Gelsenkirchen und Dortmund. Alle diese Metropolen haben nämlich eine solche Fairtrade-Urkunde. In Deutschland wurde das Prädikat bis Mai 2014 nur 250-mal vergeben. Beelen ist somit die 251 Gemeinde in der Republik, die diese Auszeichnung erhält.

Grund genug zum Feiern gab dazu im Mai 2014 in der Aula der ehemaligen Von-Galen-Schule. Aber auch an Dankesworten fehlte es damals nicht. Lob gab es für die Steuerungsrunde, aber auch für Pioniere der ersten Stunde, die bereits versuchten, fair gehandelte Produkte zu vermarkten, als das Bewusstsein für die Anliegen der "Einen Welt" noch nicht so ausgeprägt war. Mit dem Beelener Bürger Josef Bonkamp wurde einer von ihnen namentlich genannt.

Die Kirchengemeinden hatten in dieser Beziehung die Vorreiterrolle eingenommen. Porträts verschiedener Beelener, die sich alle auf irgendeine Weise für den fairen Handel einsetzen, prangten auf Stellwänden.

Menschen verschiedener Herkunft trafen sich bei der Gründungsfeier mit Ur-Beelenern. Kinder engagierten sich ebenso wie Erwachsene. Gruppen brachten sich ein und sogar verschiedene Parteien standen trotz damaligen Wahlkampfendspurts in Eintracht für die gute Sache ein. Hervorzuheben sind die sieben Gewerbetreibenden, die in Beelen Fairtrade-Produkte in ihrem Sortiment haben. In Beelen gibt es 474 Gewerbewerbetreibende und man hofft, dass sich noch mehr von ihnen auf Dauer an dem Fairtradehandel beteiligen.

Bürgermeisterin Elisabeth Kammann begrüßte an diesem Abend alle Anwesenden und sprach ihren Dank an alle aus, die sich dafür eingesetzt haben, dass diese Verleihung möglich geworden ist. "Solche Feste sind dazu da, dass wir öffentlich bekunden, dass die Bürger und ihre Verwaltung, ihre Kirchengemeinden, Schulen, Vereine und der Handel gewillt sind, Verantwortung für die Menschen in den Entwicklungsländern zu übernehmen", rief sie den Anwesenden zu.

Ein bunter Abend mit vielen Aktionen und Möglichkeiten zum Gespräch wurde umgesetzt.

Inzwischen musste eine Verlängerung der Auszeichnung beantragt werden. Dies ist alle zwei Jahre der Fall. Eine Steuerungsgruppe unter Vorsitz der Verwaltungsmitarbeiterin, Elisabeth Wiengarten, lenkt die Geschicke der Fairtradekommune. Wer sich mehr informieren möchte, kann sich bei der Leiterin der Steuerungsgruppe, Rathaus Zimmer 13, Telefon 02586/88713 Informationen einholen.